Bericht der Badischen-Zeitung von Karin Steinebrunner:

Samtag, 07. Juni 2008

Feuerlöscher - das unbekannte Wesen

Lehrer und Erzieherinnen wurden in Herrischried in den richtigen Gebrauch eingewiesen

HERRISCHRIED. Welche Folgen ein Leck im Kühlsystem der Eishalle haben kann, zeigte am Samstag die von rund 100 Feuerwehr- und Rotkreuz-Aktiven vor vielen Zuschauern inszenierte Chemieübung mit dem Umweltzug-West. Bei einem Austritt des hochgiftigen Ammoniakgases könnte nur mit viel Personal mit Schutzausrüstungen und guten Hallenkenntnissen die schnelle Versorgung der Verletzten gewährleistet werden — so das Fazit bei der Abschlussbesprechung.

Der Brand vor rund einem Monat in einem Wehrer Kindergarten, der vor Eintreffen der Feuerwehr durch eine Erzieherin mit einem Feuerlöscher gelöscht werden konnte, hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass gerade Personen in pädagogischen Einrichtungen mit der Handhabung dieser Geräte vertraut sind. Daher war Herrischrieds Feuerwehrkommandant Christian Dröse auch richtig froh, dass er schon einen Termin angekündigt hatte, um das Personal von Kindergärten und Schule in Herrischried fit zu machen für den Ernstfall.

(FOTO: KARIN STEINEBRUNNER)


14 Mitarbeiter der pädagogischen Einrichtungen hatten sich auf dem Platz hinter der Eishalle eingefunden, um mit einem gasbetriebenen Brand-Simulationsgerät einschließlich verschiedener Aufsätze die Anwendung von Feuerlöschern zu üben. Einmal pro Jahr bietet die Feuerwehr, gesponsert von der Sparkassenversicherung, diese Art von Unterweisung normalerweise an. Im vergangenen Jahr hatten die Bediensteten der Gemeindeverwaltung an dieser Stelle gestanden, und am 18. Mai beim Tag der offenen Tür im Rahmen des Forums der Hilfsorganisationen war dieser Service der gesamten Bevölkerung ganztägig zur Verfügung gestanden.

Wie üblich erklärte der Feuerwehrkommandant auch diesmal zunächst die verschiedenen Arten von Feuerlöschern und deren optimale Einsatzgebiete. Er referierte über die unterschiedlichen Brandklassen und fragte selbstverständlich auch die europaweit geltende Notrufnummer der Feuerwehr ab. Er machte deutlich, dass es mehrere Faktoren gibt, die ein Feuer am Leben halten, und dass man nur einen dieser Faktoren ausschalten muss, um es zu besiegen — etwa dem Feuer den Sauerstoff entziehen.

Ein erstes Aha-Erlebnis erntete Dröse mit der Aussage, dass ein Feuerlöscher in nur 16 Sekunden leergespritzt ist. Dennoch zeigte sich dann aber bei den Anwendungen, dass im Schnitt vier Feuerstellen mit einer Füllung gelöscht werden konnten. Jeder der Anwesenden war gefordert, mehrfach tätig zu werden. Zuerst wurde ein von Markus Hottinger an der Gasflasche reguliertes Flächenfeuer bekämpft, danach ein eher punktuell in die Höhe steigendes wie etwa bei einem brennenden Papierkorb. Sehr eindrucksvoll war für die Anwesenden die Wucht einer Spraydosenexplosion sowie die Vorführung der Bekämpfung eines Fettbrandes durch Christian Dröse. Durch Sauerstoffentzug mittels Abdecken wurde die Flamme in Sekundenschnelle erstickt, loderte indes wieder auf, nachdem die Abdeckung entfernt worden war. Durch die noch vorhandene Hitze kam es zur Selbstentzündung. Völlig entsetzt war die Gruppe über die Größe einer Stichflamme, die entstand, als das Fett mit Wasser in Berührung kam. Abschließend machte Dröse nochmals deutlich, dass Flammen sogar mit einer Synthetikdecke oder einer einfachen Tageszeitung gelöscht werden können, vorausgesetzt sie schneiden die Luftzufuhr schnell ab.