Bericht der Badischen-Zeitung von Wolfgang Adam:

Montag, 24. November 2008

Zum Dank eine kleine Goldunze

Seit 40 Jahren macht Hermann Allgaier aus Niedergebisbach Dienst bei der Feuerwehr. Jetzt wurde er nicht nur mit einer Urkunde ausgezeichnet, er bekam von Bürgermeister Christof Berger auch eine kleine Goldunze überreicht.

 

Herrischried. Große Anerkennung zollt die Gemeinde Herrischried jenen Menschen, die viele Jahre lang ehrenamtlich wirken. Erstmals bekam in der Jahresversammmlung der Gesamtwehr am Samstag in der Lochmatthalle mit Hermann Allgaier aus Niedergebisbach ein Feuerwehrmann für 40 Jahre langen Einsatz statt des üblichen Weinpräsents eine echte Goldunze, eingelegt in die Verbandsurkunde.

Auch Dienstjubilare mit 25-jährigem Einsatz werden künftig diese wertbeständige Anerkennung in Form eines kleinen Silberbarrens erhalten. Die am Samstag für eine Ehrung vorgesehenen Dienstjubilare müssen allerdings noch auf ihre Zugabe warten, weil durch die Finanzkrise der Markt fürs kleine Edelmetall nach zu hoher Nachfrage quasi leergefegt wurde. Die rechtzeitige Überreichung der Goldunze an den Niedergebisbacher Kameraden wurde nur möglich über eine Beschaffung in der Schweiz, wie Gesamtkommandant Christian Dröse auf Anfrage der Badischen Zeitung berichtete.

Die stärkere Würdigung der Einsatzbereitschaft rund um die Uhr hatte schon länger Manfred Rotzinger vom Kreisfeuerwehrverband den Gemeinden empfohlen und Herrischried reagierte bereits im Vorjahr mit der kostenlosen Vergabe von Schwimmbadkarten an Aktive. "Dieses Angebot wurde gut angenommen und es gibt schon eine Gruppe, die sich regelmäßig im Hallenbad trifft", freute sich der Gesamtkommandant. Wie wertvoll die Leistungen der freiwilligen Feuerwehren einzuschätzen sind, dokumentierten die umfangreichen Jahresberichte von Christian Dröse und Schriftführer Bernhard Dannenberger. Die 33 Einsätze des Berichtszeitraums dauerten 314 Stunden und bei einem angerechneten Stundensatz von 25 Euro wurden der öffentlichen Hand knapp 8000 Euro an Ausgaben eingespart. Außer den Einsätzen mit einem Großbrand an der Hofmannsäge, vier Öleinsätzen und 15 Verkehrsdiensten sowie kleineren Anlässen leisteten die Wehren eine Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten, hinzu kamen die Betreuung der Jugendfeuerwehr und die 914 Stunden, die rund 25 Wehrmitglieder für ihre Weiterbildung aufbrachten. Für das neue Jahr sind bereits wieder über 30 Lehrgangsteilnahmen vorgesehen.


Bürgermeister Christof Berger übergab die Verdiensturkunde mit Beigabe einer Goldunze an Hermann Allgaier (vorne rechts).
Foto: Wolfgang Adam
 

Den derzeit 140 Aktiven in sechs Abteilungen zollten Bürgermeister Christof Berger, der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Felber sowie Friedemann Kikilus vom Kreisfeuerwehrverband viel Lob für das Engagement mit gemeindeübergreifendem Probenkonzept und Bildung einer neuen Gruppe für die Absturzsicherung. Zwölf interessierte Mitglieder können bei der Gruppe mitmachen, informierte Initiator Marco Berger aus Großherrischwand. Die Wehr erhält übrigens mit dem Kauf des Hilfeleistungsfahrzeuges HLF-20/16 noch einen weiteren Absturzsicherungssatz. Zum Rückblick gehörte auch der Bericht vom inzwischen 69 Mitglieder zählenden Förderverein, der unter anderem zwei neue Nebelmaschinen finanzierte.

 

Am 19. März 2009 Gastgeberin der Kreisfeuerwehrverbandsversammlung

Im kommenden Jahr ist die Gesamtwehr am 19. März erstmals Gastgeber der Kreisfeuerwehrverbandsversammlung. Voraussichtlich im Juni 2009 soll als Dank für Einsätze bei Großveranstaltungen der letzten Jahre ein Fest für alle Mitglieder mit ihren Familien am Niedergebisbacher Kindergarten organisiert werden. Abgerundet wurde die Versammlung mit Berichten zur Altersabteilung von "Edi" Eckert und zur Jugendwehr von Andreas Ückert sowie mit zahlreichen Ehrungen (wir berichten noch) und mit einer Bilderschau von Winfried Zumkeller zu den Feuerwehraktivitäten. Um das leibliche Wohl nach Sitzungsschluss kümmerte sich die Abteilung Herrischried.