Blitz und Löschwasser

 
 
Bestandsaufnahme während der Übung, damit keiner den Überblick verliert.
Foto: Lux

Guten Tag, mein Name ist Christof Berger, Bürgermeister von Herrischried. Ich melde einen Wohnhausbrand nach Blitzeinschlag im Ortsteil Hogschür, Wühreweg 49“. So ging am vergangenen Sonntag um 14 Uhr der fiktive Notruf bei der Freiwilligen Feuerwehr in Herrischried ein. Für die große Herbstschauübung hatte sich die Einsatzleitung einige Herausforderungen für die aus sechs Abteilungen bestehende Wehr ausgedacht. Nach einem heftigen Gewitter wurde ein Blitzeinschlag im Haus Nummer 49 im Wühreweg in Hogschür angenommen. Durch die Wucht des Einschlags schlug der Blitz direkt über auf das Nachbarhaus. Das Szenario, das für die Übung entworfen worden war, ging von einem Brand in nun zwei Doppelhäusern aus. Insgesamt vier Familien waren damit in höchster Gefahr und mussten aus ihren imaginär brennenden Häusern von der Feuerwehr Herrischried gerettet werden. Zusätzlich waren zwei Gastanks in unmittelbarer Nähe zu sichern. „Neben der eigentlichen Brandbekämpfung, Bergung der Bewohner der betroffenen Häuser und Sicherung der benachbarten Gebäude sind die eingeschränkten Platzverhältnisse die größte Herausforderung“, erklärte Kommandant Christian Dröse. „Die Ordnung des Raumes muss stimmen, sonst behindern sich die verschiedenen Abteilungen gegenseitig“, so der Einsatzleiter. Und so geordnet wie möglich suchten sich die sechs Abteilungen ihren Platz im Szenario der Herbstübung. Die Wehren aus Rütte, Hornberg, Niedergebisbach und Wehrhalden-Grossherrischwand waren für die Wasserentnahme aus der nahe gelegenen Wühre verantwortlich. Die Verlegung der B-Leitungen bis zu den einzelnen Verteilern und der sogenannten Angriff mit verschiedenen Rohren – also das Löschen an sich – fiel ebenfalls in den Aufgabenbereich dieser vier Abteilungen.

 

Die Männer aus Herrischried konzentrierten sich mit ihren beiden Löschfahrzeugen vorwiegend auf die Menschenrettung aus den „brennenden“ Häusern, während die Abteilung Hogschür zudem die Verkehrssicherung übernahm. Und deren Überblick im Rettungsgetümmel war dann auch entscheidend für die zügige Zufahrt des aus Todtmoos georderten Drehleiterfahrzeugs über den äußerst engen Wühreweg in die Sackgasse des Einsatzgebietes. „Gut aufgestellt und prima abgesprochen“, kommentierte Kommandant Christian Dröse zufrieden die Arbeit seiner Feuerwehrleute. Und die rund 70 Mann starke Einsatztruppe aus Herrischried und Todtmoos überzeugte die zahlreichen Schaulustigen mit guter Kommunikation und vor allem Teamarbeit. „Ich weiß ja nicht, wie die das machen, aber jeder scheint zu wissen, wo er hinlangen muss“, staunte der zwölfjährige Thomas beim Zuschauen und könnte sich durchaus vorstellen demnächst bei der Jugendfeuerwehr mit zu löschen. (lux)

Weitere Bilder der Übung im Internet:

www.suedkurier.de/bilder